Anschlussfinanzierung
Eine Anschlussfinanzierung, auch Umschuldung und Prolongation genannt, geht in der Regel sehr bequem und unproblematisch vonstatten. Die Anschlussfinanzierung ist der Oberbegriff für den Vorgang, daß ein bestehendes Darlehen zur Baufinanzierung durch ein neues Darlehen abgelöst wird. Eine Anschlussfinanzierung bei einem neuem Darlehensgeber, also einer fremden Bank, nennt man Umschuldung. Wird die Anschlussfinanzierung aber beim bisherigen Darlehensgeber, also der alten Bank, getätigt, nennt man das Prolongation.
Die Bank, bei der das bisherige Baudarlehen abgeschlossen wirde, schickt einige Wochen vor Ende der alten Zinsbindung eine neues Angebot über die Anschlussfinanzierung. Da in den meisten Fällen, das neue Angebot günstiger ist, als die „alte“ Baufinanzierung, unterschreibt der Kunde das Angebot zur Anschlussfinanzierung und schickt es an die Bank zurück.
Leider verpasst Kunde durch die eilige Annahme der Anschlussfinanzierung das Sichten besserer Angebote. Die wirklich guten Zinskonditionen für die anstehende Anschlussfinanzierung bekommt der Kunde nur durch das Bauzinsen vergleichen der Konkurrenzangebote. Auch sollte der Kunde bereit sein, bei der Anschlussfinanzierung zu verhandeln. Das setzt aber auch voraus, daß der Kunde, das Ende seiner Zinsbindung weiss und deshalb 3 Jahre vor der Anschlussfinanzierung die aktuellen Bauzinsen beobachtet.
Durch das sogenannte Forwarddarlehen hat der Kunde die Möglichkeit, bis zu 60 Monate vor der Anschlussfinanzierung, sich die attraktiven Bauzinsen zu sichern.Für einen Bankenwechsel ist keine Zustimmung erforderlich. Man sollte aber bedenken, daß vor der Auszahlung des Darlehens eine erneute Bonitätsprüfung vorgenommen wird. Hier sollte bei der Anschlussfinanzierung keine wesentliche Verschlechterung der Bonität vorliegen.
Besonders beliebt bei den deutschen Banken,innerhalb der Anschlussfinanzierung, ist das Volltilgerdarlehen. Das Volltilgerdarlehen ist ein Festzinsdarlehen, das der Kunde innerhalb einer bestimmten Zeit (Zinsbindung 5 – 10 Jahre) komplett zurückbezahlt. Da das Volltilgerdarlehen eine hohe Tilgung beeinhaltet, geben die Banken auf das vorliegende Zinsniveau einen Rabatt. Hier kann der Zinssatz bis zu einem halben Prozentpunkt günstiger sein, als bei einem normalen Baukredit. Wer es sich also leisten kann, seine Anschlussfinanzierung mit einem Volltilgerdarlehen durchzuführen, sollte darüber nachdenken.
Wenn der Kunde bei einer Anschlussfinanzierung Geld sparen möchte, wird er um einen Wechsel der Bank nicht herumkommen. Meist werden die Kunden durch entstehende Kosten und einem Mehraufwand, als bei der Prolongation, entmutigt, diesen Schritt zu gehen. Aber der Aufwand bei der Anschlussfinanzierung ist zu vernachlässigen. Die meisten Dokumente befinden sind geordnet bei der Hand und Schätzkosten für die Immobilie fallen auch nicht mehr an. Meist wird nur ein aktueller Grundbuchauszug für die Anschlussfinanzierung bei der Umschuldung benötigt und das Übertragen der Grundschuld, von der alten auf die neue Bank, kostet nicht mehr als 0.2 % der Darlehenssumme.
Als Faustregel gilt, liegt die Zinsersparnis nur um 1/10 Prozente über dem Zins der alten Bank, dann sollte die Ersparnis damit schon über den Wechselkosten liegen. Und mit den folgenden Jahren steigt die Zinsersparnis in der Anschlussfinanzierung. Vielleicht übernimmt sogar die neue Bank die Wechselkosten bei der Anschlussfinanzierung. Aber dieser Punkt sollte zu vernachlässigen sein, wenn man eine wesentliche günstigeres Angebot zur Anschlussfinanzierung, als das Angebot der bestehenden Bank, vorliegen hat. Vergleichen Sie also genau die Zinskonditionen bei der Anschlussfinanzierung und sparen Sie tausende von Euros.